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3Kommt, wir gehen nach Bethlehem

eine Weihnachtsgeschichte von Schwester Maria Christina

 

 

IX. Maria im Dornenwald

Josef hat Maria geweckt und an der Quelle frisches Wasser aufgefüllt. Heute müssen sie noch in Bethlehem ankommen. Josef hat Sorge, dass sie sonst Probleme bekommen, da sie nicht rechtzeitig zur Volkszählung sind. Beno, der Esel, spürt ein wenig die Eile von Josef und trabt schneller. Er nimmt sich vor, nicht mehr zu bocken und dem Josef brav zu folgen.
Ein wenig stolz ist er natürlich auch, dass er bald nach Bethlehem, in die Stadt Davids kommen darf und den Palast von Herodes sehen wird. „Vielleicht werden wir gar darin wohnen“ denkt er, wenn Maria schon den König und Friedensfürsten zur Welt bringen wird…


Plötzlich sagt Josef: „Stopp!“ und wischt sich den Schweiss von der Stirn..


Irgendwas stimmt nicht. Der Weg war immer steiler und enger geworden und ist plötzlich mit Dornengestrüpp total versperrt. Josef schaut auf zu Maria, die müde scheint und sagt zu ihr:


„Maria, entschuldige, ich habe mich wohl verirrt – vor einer Stunde bin ich die falsche Biegung gegangen… ich dachte, es ist der kürzere Weg. Nun ist er versperrt und wir müssen zurück. Es tut mir leid Maria, du bist schon so müde.“
Maria sagt sanft zu Josef: „Josef, lass mich ein Minute hier ruhen, und du, trink ein wenig Wasser. GOTT  wird uns nicht verlassen und wir werden rechtzeitig in Bethlehem sein.“


Dann schaut Maria auf zu GOTT und sie atmet ganz frei und geht auf das Dornengestrüpp zu. Josef springt auf und bleibt staunend stehen. Er sieht, wie Maria mit ihrer rechten Hand segnet und da weichen die Dornen und die Zweige gehen ganz leicht auseinander und der Weg wird  frei.  Und Maria mit dem Lämmchen auf dem Arm winkt Josef mit dem Esel und der Hund springt nach.  Sie gehen durch den Dornenwald und als der Josef dann zurückblickt, da blühen am Weg in den Dornen Rosen und es duftet wunderbar.


Und Josef dankt GOTT und weiss, dass Maria, seine Braut, selber wie eine schöne geheimnisvolle Rose ist.


Und Beno ist ganz stolz, dass er die Jungfrau Maria tragen darf und es ist ihm jetzt egal, ob er den Palast des Herodes sieht oder nicht!

 

 

X.    Geschichte

Die Rose für das Jesuskind

Als Josef mit Maria und dem Esel und dem Hund und dem Lamm und der Spinne vorsichtig durch den Dornenwald gehen, der nun zum Rosenwald geworden ist, da duftet es überall wunderbar. Josef hat eine Träne in den Augen und er weiss, dass sie rechtzeitig in Bethlehem sein werden.


Er hält den Beno an und sagt: „Nun machen wir eine kleine Pause“ und bereitet Maria ein weiches Lager unter einem blühenden Rosenstock.
Maria summt und lächelt das Lämmchen an.


Alle sind glücklich und die Wunden vom Hündchen sind alle verheilt.


Als sie wieder aufbrechen, da fällt etwas ganz leicht in den Schoss Marias. Es ist eine rosarote Rose vom Rosenstock – halb geöffnet ist die Blüte . Und sie duftet wunderbar.


Maria hält die Rose in der Hand und diese flüstert zu Maria: „Bitte nimm mich mit nach Bethlehem. Ich möchte dem göttlichen Kind meinen Duft schenken. Auch die ganze Natur wartet auf den grossen Tag, an dem der Erlöser geboren wird. Bitte nimm mich mit nach Bethlehem.“ Maria lächelt und steckt vorsichtig die rosarote Rose in ihr Haar unter dem Schleier. Und Maria segnet die Erde.


            


XI. Herbergssuche

Endlich, am 24. Dezember gegen Mittag, sieht Josef von einer kleinen Anhöhe aus seine Vaterstadt Bethlehem. Er spricht einen Dankpsalm und hat ein bisschen Sorge um Maria.Josef schreitet nun mit festem Schritt weiter und der Esel Beno spitzt die Ohren. „Jetzt werde ich berühmt“ denkt er.


Als sie nach einer Stunde in Bethlehem sind, da ist die ganze Stadt voller Menschen. Es ist laut und viele Leute schreien durcheinander.


Josef möchte allein eine Unterkunft suchen, aber Maria kann er nicht alleine lassen. So klopfen sie in den Herbergen an und bitten um Unterkunft… eine nach der anderen klappert Josef ab; er kann auch bezahlen,  aber alle sind besetzt.


Einige Wirte beschimpfen Josef und Maria, eine Frau spuckt sogar auf Maria runter. Die anderen zucken einfach mit den Schultern und sagen, es ist halt kein Platz mehr frei.


Beno wird wütend und sagt: „Dem nächsten Wirt, dem gebe ich einen Hufschlag, wenn er noch mal so unfreundlich mit Maria umgeht.“ Aber Maria sagt leise: „Nein, nicht schlagen, wir müssen sie verstehen, sie sind mit den vielen Menschen überfordert.“ Beno staunt, wie sanftmütig Maria ist.

 

Und Maria sagt zu Josef: „Mein Kind wird geboren und GOTT wird sorgen.“


Josef sucht weiter – er will doch Maria eine gute Unterkunft bereiten für die Stunde der Geburt. Da sagt ein Wirt zu ihm: „Tut mir leid, ich kann dich hier nicht mehr unterbringen. Aber ich habe einen Stall – draussen auf den Weiden bei den Schafherden – ich schicke Dir einen Knecht mit, der euch den Weg zeigt. Geht dort hinaus. Wenigstens habt ihr Heu und ein Ochse wird auch noch im Stall dort sein. Der kann Euch wärmen. Und Wasser hat es dort auch – in der Nähe ist ein Brunnen.“


Josef möchte erst noch mal verhandeln und um eine bessere Herberge bitten. Er überlegt kurz, den Esel dafür zu verkaufen. Da sagt Maria: „Josef, GOTT im HIMMEL hat es so geschrieben. Der Retter der Welt muss dort im Stall zu  Bethlehem geboren werden. Komm, es ist Zeit, die Nacht beginnt und das Heilige muss dort geboren werden.“


Und Maria nimmt das Lamm Rosalind fester auf den Arm und die Rose in ihrem Haar duftet. Und die Spinne Frau Fleissig kribbelt plötzlich den Josef am Arm. Und das Hündchen Belli hüpft ganz aufgeregt und der Esel Beno beugt sich in Ehrfurcht vor Maria und lässt sie aufsitzen. Er weiss, was er nun zu tun hat und sagt: „Der WILLE GOTTES geschehe!“

      
XII. Im Stall zu Bethlehem

Die Heilige Nacht, die Nacht der Nächte ist gekommen. Die Engel im Himmel warten auf den Moment, wo GOTT auf die Welt kommt und sie das Gloria singen können. Die Blumen und die Bäume, die Berge und die Täler haben in dieser Nacht einen besonderen Glanz. Die Rosen duften und Marias Rose fällt ihr aus dem Haar auf die Krippe, wo das kleine JESUSKINDLEIN geboren liegt.


Die Rose zittert ganz aufgeregt mit ihren rosaroten Blättern und flüstert dem Kindlein zu: „Ich danke Dir, dass du geboren bist und mein Duft soll dich begleiten in Deinem ganzen Leben und dann, wenn Du wieder zum Himmel gehst, wird mein Duft dein Balsam sein.“


Die wilden Tiere sind in dieser Nacht gar nicht am Jagen – sie können sich gar nicht satt sehen an den hell strahlenden Sternen und vergessen ihren Hunger. Beno, der Esel, der steht an der Krippe beim JESUSKIND und wärmt es mit seinem Atem. Er ist ganz stolz, dass er Maria getragen hat und mit gesenkten Ohren kommt er noch näher an das JESUSKIND heran und sagt: „Ich bin Beno und dein Esel für immer. Ich stehe zu deinen Diensten, mein König. Ich werde dich tragen bis ans Ende der Welt, wohin du nur willst. Meine Kraft gehört DIR! Und wenn du mich brauchst für die ganz grosse Stadt Jerusalem an einem bestimmten Tag, dann werde ich zur Stelle sein!“


Das JESUSKIND lächelt und Beno wischt sich eine Träne ab und schaut ein bisschen scheu zu Josef hinüber.

Belli, das Hündchen, wedelt mit dem Schwanz, so schnell, dass das JESUSKIND einen frischen Wind bekommt. Er heult in die Nacht hinaus und verbreitet so die Botschaft von der Geburt des GOTTESKINDES. Und er sagt: „Ich bin der Künder vom HEILAND der Welt und viele werden kommen, damit Du ihre Wunden heilst…“


Und er leckt dankbar und nachdenklich seine geheilte Wunde und wedelt noch schneller mit dem Schwänzchen.


Die Spinne Frau Fleissig ist längst aus dem Ärmel von Josef gekrochen und hat ihr Netz zu spinnen begonnen  – direkt über der Krippe arbeitet sie und sie denkt: „Ich spinne für das GÖTTLICHE KIND in der Krippe, aber meine Nachkommen werden woanders ihr Netz spinnen und die Wunden am Kreuz bedecken. Aber jetzt webe ich noch Silberfäden vom Tau der Nacht in das Geburtstagsnetz-  zur Feier des Tages!“ Und dann springt das Lämmchen hoch und Josef setzt es ganz nah zum JESUSKIND.


Roslind ist ganz glücklich: „Meine Wolle wärmt Dich“ und dann stellt Rosalind fest: „Ich bin Dir ein bisschen ähnlich“ und es neigt sein Köpfchen und schläft ein bisschen beim JESUSKIND ein.


Und dann knarrt die Holztüre beim Stall und Josef schiebt den Riegel zurück. Da steht Isaak, der Hirtenjunge und schaut: „Mein Lamm, o Rosalind“….und dann, dann schaut er noch mehr: „Oooooooohhhhhhh-  oooohhh…. Gloria in Excelsis .. in  excellssssiiiss …ooohhh..... oohhhh....“ und er traut sich gar nicht weiter zu gehen und er zieht seine Fellmütze runter und wischt sich die Nase mit dem Ellbogen und fällt auf die Knie und sein Gesichtchen beginnt zu strahlen und die dunklen Augen leuchten  wie die Sterne und er sagt: „Oh, die Engel haben es gesagt, eben, auf der Weide…es war kein Traum, es ist Wirklichkeit:


DER MESSIAS ist geboren, das KIND ist da!“